Plantarsehnen-entzündung (Plantarfasziitis)

Optimale Kraftübertragungen sind für den Bewegungsapparat wichtig – Gelenke sind wie Scharniere – werden diese nicht korrekt beansprucht, kann es zu mittel-/langfristigen Abnützungen der Gelenke kommen.

Somit gilt: Nutzung ist wichtig, nur falsche Nutzung führt zur Abnützung.

(Erfahrungen von über 70‘000 Ganganalysen, Bewegungsanalysen und Laufbandanalysen haben unser Wissen gestärkt, geprägt  und v.a. auch sensibilisiert).

Fehlbelastungen und/oder Überbelastungen führen zu Plantarsehnenentzündungen (Plantarfasziitis). Die Plantarsehne ermöglicht eine physiologisch korrekte Zugphase und somit das Heben der Ferse bei der Abstossphase. Hätten die Menschen keine Plantarsehne, würden sie "watscheln".

Fehlbelastungen der Plantarsehne können sein/entstehen: Knickfuss (Überpronation - Fersenbein kippt frühzeitig nach innen/medial) und/oder Vorfuss-Supination (Supination - laterales Abknicken bei Abstossphase). Hier sprechen wir von Flexionen, welche zu Entzündungen führen und evtl. auch einen schmerzhaften Fersensporn (Kalkablagerungen) auslösen können. Somit ist es wichtig, dass die Plantarsehne einen physiologischen Ablauf hat, dies erreicht man durch eine kontrollierte Pronation.

 

Ursachen der Plantarsehnenentzündung (Plantarfasziitis) sind vielseitig. Das Bewegungszentrum des Körpers bildet die Hüfte. Rotiert die Hüfte zu stark nach innen (medial) oder nach aussen (lateral), hat dies Auswirkungen auf die unteren Extremitäten wie Knie und Füsse sowie auch auf die oberen Extremitäten bsp.weise ISG und Wirbelsäule / HWS (Halswirbelsäule) sowie Schulterpartie/n.

Ein komplexer, vernetzter Prozess

Beispiel:

Ein Schleudertrauma kann die Ursache für eine Plantarsehnenentzündung (Plantarfasziitis) mit und ohne Fersensporn sein – das heisst, sogar die HWS hat Einfluss auf das Bewegungszentrum (Symptome sind selten dort, wo die Ursache ist). Somit ist es wichtig, dass nicht nur die Symptome (Bsp. Plantarsehnenentzündung) eliminiert werden, sondern vielmehr auch die Ursachen, welche vielseitig sein können, evaluiert werden können und diesbezüglich Therapien aktiv angegangen werden.

In den meisten Fällen zeigt sich jedoch die "klassische" Überpronation - vom Alltag herkommend, welche zur Überreizung der Plantarsehne führt. Oft rufen obige Fehlmuster auch Knie- und Achillessehnenschmerzen und zuletzt auch Hüftschmerzen resp. deren Abnützungen resp. Überreizungen mit sich resp. mittel-/langfristig hervor.

Eine Genesung der Plantarsehnenentzündung (Plantarfasziitis), mit und ohne Fersensporn, findet durch die kontrollierte Pronation – dem physiologischen Gang -statt. Bei starker Entzündung ist eine Stosswellentherapie empfehlenswert. Anhand der Ganganalyse, der Bewegungsanalyse und der Laufbandanalyse können wir den idealen Schuh (im Sport und im Alltag) wählen, um die gewünschte physiologische Pronation (optimales Bewegungsmuster) zu erreichen. Bei zu starken Asymmetrien (Ungleichheiten) ist eine orthopädische Einlage hilfreich, um so den bestmöglichen Ausgleich zu erreichen.

Um einer Plantarsehnenentzündung (Plantarfasziitis) vorzubeugen, sollte man regelmässig dehnen (siehe Bild rechts) und Fussgymnastik machen.

Eine weitere Möglichkeit für den Alltag ist der Therapieschuh X10D. Der X10D ist darauf ausgerichtet, das langsame, passive und breite Gangbild zu korrigieren. Einfach und zielgerichtet wird der Bewegungsablauf verbessert und die optimale Gangart wieder antrainiert. Der X10D ermöglicht richtig zu gehen, dieses Muster beizubehalten und bei jedem Schritt den ganzen Körper zu trainieren. Diese korrekte und aktive Körperhaltung beugt effektiv gegen Überlastungsschäden, wie zum Beispiel Plantarsehnenprobleme (Plantarsehnenentzündung (Plantarfasziitis)) und Achillessehnenprobleme, vor.

Autor

Tobias Schumacher, Biomechaniker und Schuhentwickler

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