SPORT TO THE PEOPLE

Biomechanik Blog Pronation/Überpronation

Im Rahmen der Internationalen Sportartikelmesse (ISPO) in München fand am 5. Februar 2015 das 2. RUNNER’S WORLD-Laufschuhsymposium statt, zu dem sich 180 Laufschuhexperten aus dem Handel und der Industrie angemeldet hatten, um über die Zukunft des Laufschuhs zu diskutieren.

Fazit von Nigg: „Die vertikalen Impaktkräfte, die vertikale Belastungsrate und die Fuss-Pronation sind keine Ursachen für Verletzungen.“

Für die Industrie werde dies heissen und von Herr Coppetti betont: dass es die perfekte Art zu laufen nicht gibt, sondern eine Vielzahl von Laufstilen existiert. „Wir müssen von der Korrektur zu Erlebnis und Komfort kommen“ „Der Blick muss vom Knöchel auf den ganzen Körper gehen.“ Mit dieser ganzheitlichen und individuellen Analyse komme man weg von einer lebenslänglichen Diagnose und betrachtet stattdessen den Fortschritt über die Zeit. Der Kunde und sein persönlicher Komfort stehen im Mittelpunkt.

Fuss Pronation ist sehr wichtig und es kann nicht gesagt werden, dass Überpronation an sich schlecht ist. Die Pronation bis zur Überpronation muss kontrolliert werden, eine kontrollierte, exzentrische Pronation ist als aktive Landung sowie Vorbereitung für einen kräftigen Abstoss erwünscht.

Dieses Video von Haile Gebrselassie wird oftmals als Argumentation gezeigt, dass die Überpronation kein Problem ist. Haile Gebrselassie läuft nicht immer so und die Pronation findet kontrolliert statt. Wir sehen in diesem Video auch deutlich, dass sein Knie stabil und geführt bleibt.

Haile Gebrselassie ist trainiert und hat sein Technik-Training gemacht, für ihn ist die Überpronation kein Problem - es ist sogar erwünscht.

Wir sehen aber immer öfter dieses Bild:

Und hier ist die Überpronation ein grosses Problem.
Dieser Läufer hat der Werbung geglaubt und vor 2 Jahren anstelle von Korrektur, das „Erlebnis“ gesucht. Fazit: ein halbes Jahr Pause:

Plantarsehnenprobleme – Fersensporn, Achillessehnenprobleme

15 Jahre ohne Probleme gelaufen, offenbar nie ein technisch guter Läufer, aber seine Schuhe(Stütze so viel wie nötig) haben ihm immer geholfen.

Er kann oder hat nie gelernt die Pronation zu kontrollieren und damit ist er nicht alleine !

Wir, als moderne Menschen, sind immer häufiger unterwegs. Unsere Mobilität nimmt stetig zu!

Nur zu Fuss immer seltener, der Anteil «zu Fuss-Gehende» bei der Verkehrsmittelwahl nimmt kontinuierlich ab. Wählten wir in 1972 noch 41% zu Fuss und 20% mit einem Auto unterwegs zu sein, hat sich dieses Verhältnis im Jahr 2000 praktisch umgekehrt. Dieser Bewegungsmangel hat Folgen!

Unser Gang wird zunehmend passiver und langsamer. Dies führt zu einer grösseren Spurbreite mit kürzeren Schritten und vermehrte Aussenrotation der Beine und Füsse. Die Haltung wird schlechter, wir sehen Platt-, Knick- und Senkfüsse, sowie Valgusstellung der Knien und Innenrotationen der Hüfte.

 

 

Die Füsse sinken passiv in sich zusammen, die Pronation kann nicht mehr kontrolliert werden, vor allem der Muskulus tibialis posterior degeneriert stark.

Kontrollierte Pronation gibt es hier nicht mehr.

 

 

 

 

 

 

 

Abnützung! Besser velofahren!

Das stimmt nicht! Gehen und Laufen beugen Abnutzung vor! Die Bewegung muss aber physiologisch gut ablaufen.

Fazit: Hat die oder der Läufer seine Pronation unter Kontrolle, von Natur aus oder durch ein gezieltes Training, dann sind neutrale Schuhe perfekt.

Für alle anderen, und das ist leider die grosse Mehrheit, ist ein Besuch in einem Fachgeschäft (mit Fuss-, Gang- und Videoanalyse sowohl statisch wie dynamisch) sehr zu empfehlen.

Dämpfung, das zweite grosse Thema

Gehen und Laufen sind Bewegungsabläufe welche zum grössten Teil automatisch ablaufen, unser Gehirn wird dazu kaum oder gar nicht gebraucht. Gesteuert werden diese Bewegungsabläufe im Rückenmark. Diese, fast vorprogrammierten Abläufe, steuern die benötigte Beinmuskulatur wie auch Rumpfmuskulatur sehr gezielt und effizient an. Jede Störung bzw. Veränderung dieser normalen Abläufe verursacht einen „Programmfehler“: Muskeln werden aktiviert welche eigentlich nicht für korrektes Laufen und für eine korrekte Rumpfstabilität gebraucht werden, während die richtige Lauf- und Haltungsmuskulatur zu wenig aktiviert wird.

Wichtig zu wissen ist, dass die meiste Muskelspannung im Bein und Rumpf vorhanden ist bevor der Fuss den Boden berührt. Wir antizipieren auf das was kommt.

Es ist dann auch sehr wichtig, dass wir wissen „was“ kommt, nur so können wir uns gezielt auf die Landung und weiteres Abrollen vorbereiten.

Hier sehen wir vor allem das Problem bei zu viel Dämpfung.

Wir wissen nicht was kommt, und wir werden zu viel aktivieren weil wir auf viele unerwartete Bewegungsabweichungen vorbereitet sind. Vergleich mit Gehen auf Glatteis, wir sind dann sehr verkrampft/angespannt. Langfristig führt diese erhöhte, nicht effiziente Muskelspannung zu verschiedensten Problemen.

Die Belastung beim Landen, was oft behauptet wird, ist gar kein Problem. Ausserdem sind gesunde Gelenke, inklusive Knochen und Knorpel, auf diese Belastung angewiesen. Diese Strukturen sind auch trainierbar und brauchen Belastung. (Der Begriff „gelenkschonendes Training“ sollte, wenigstens bei gesunden Personen, überdacht werden).

 

Die Fersenlandung und der ungestörte Bewegungsablauf beim Gehen garantiert eine effiziente Aktivierung der Halte- und Bewegungsmuskulatur und hilft Beschwerden zu reduzieren.

Final

Die Basis für ein effizientes Geh- und Laufvergnügen ist eine sorgfältige Analyse des Fusstyps, der axialen Ausrichtung der Skelettstruktur (statisch) und des Geh- und Laufstils (dynamisch). Schmerzen in den Füssen, Knien oder in den Hüftgelenken werden durch Fehlstellungen des Bewegungsapparates verursacht. Wirbelsäulenleiden oder auch Kopfschmerzen sind weitere Folgen. Darum ist eine optimale Ausrichtung der Gelenkachse / Skelettstruktur zentral.

Fehlstellungen gilt es weiter passiv und/oder aktiv (so viel wie nötig) zu verbessern.

Ein optimales Trainingsgerät für den Alltag ist der Therapieschuh X10D. Der X10D ist darauf ausgerichtet, das langsame, passive und breite Gangbild zu korrigieren. Einfach und zielgerichtet wird der Bewegungsablauf verbessert und die optimale Gangart wieder antrainiert. Der X10D ermöglicht richtig zu gehen, dieses Muster beizubehalten und bei jedem Schritt den ganzen Körper zu trainieren. Diese korrekte und aktive Körperhaltung beugt effektiv gegen Überlastungsschäden vor.

Der X10D erleichtert Dir das richtige Gehen oder hilft Dir das richtige Gangbild wieder zu finden.

Mit dem richtigen Gangbild wird deine Körperhaltung verbessert.

Die Autoren

Jan Swager van Dok & Tobias Schumacher

>> running.COACH Blog

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